Shopware 6.5 Support-Ende am 28.02.2027: Was Shopbetreiber jetzt tun müssen
Was am 28.02.2027 passiert
Shopware pflegt jede Minor-Version nur für einen begrenzten Zeitraum. Für Shopware 6.5 endet der Security-Support am 28.02.2027. Danach gibt es für 6.5 keine Patches mehr – auch nicht für kritische Lücken. Der Shop läuft natürlich weiter. Aber jede Schwachstelle, die ab März 2027 bekannt wird, bleibt in Ihrem Shop offen, solange Sie auf 6.5 bleiben.
Das ist genau die Situation, in der Shopware-5-Shops seit Juli 2024 stecken. Der Unterschied: Bei Shopware 5 gibt es keinen Nachfolger innerhalb derselben Produktlinie mehr, bei 6.5 schon. Der Umstieg auf 6.6 oder 6.7 ist kein Relaunch, sondern ein Major-Update – mit Plugin-Check, aber ohne neuen Shop.
Woran Sie erkennen, ob Sie betroffen sind
Im Admin unter Einstellungen → System → Shopware-Version steht die genaue Versionsnummer, zum Beispiel 6.5.8.12. Die erste Zahl nach „6.“ ist die Minor-Version. Alles, was mit 6.5 beginnt, ist betroffen. Alles ab 6.6.0.0 nicht – zumindest nicht von dieser Frist.
Ein zweiter Blick lohnt sich auf die Patch-Version. Viele Shops laufen auf einem Stand aus 2024 oder 2025 und haben die Sicherheitsupdates vom 16.09.2026 (6.7.14.1 bzw. 6.6.10.25) nicht eingespielt. Wer auf 6.6.10.x steht, ist zwar nicht vom Support-Ende betroffen, hat aber trotzdem bekannte Lücken offen.
Drei Fragen, bevor Sie updaten
1. Welche Plugins sind installiert – und welche werden benutzt?
Das Major-Update scheitert selten an Shopware selbst, fast immer an Plugins. Exportieren Sie die Plugin-Liste aus dem Admin (Erweiterungen → Meine Erweiterungen) und streichen Sie alles, was deaktiviert ist oder seit Monaten niemand braucht. Für jedes verbleibende Plugin prüfen Sie im Store, ob eine Version für 6.6 oder 6.7 existiert. Bei eigenen Plugins fragen Sie den Entwickler – oder mich.
2. Welches Theme läuft?
Ein unverändertes Standard-Theme ist unkritisch. Ein individuelles Theme mit eigenen Twig-Templates muss gegen die Template-Änderungen von 6.6 und 6.7 geprüft werden. Besonders 6.7 hat die Storefront an einigen Stellen umgebaut; Templates, die Blöcke überschreiben, brechen dort gern.
3. Welche PHP-Version läuft auf dem Server?
Shopware 6.6 verlangt mindestens PHP 8.2, Shopware 6.7 ebenfalls. PHP 8.2 selbst bekommt nur noch bis 31.12.2026 Sicherheitsupdates. Sinnvoll ist deshalb PHP 8.3 oder 8.4. Klären Sie mit dem Hoster, welche Version verfügbar ist, bevor das Update auf Staging läuft.
6.6 oder gleich 6.7?
Beide Versionen lösen das Problem der Frist. 6.6 ist der kleinere Sprung und hat die breitere Plugin-Abdeckung. 6.7 ist die aktuelle Hauptversion und wird länger gepflegt – aber nicht jedes Plugin ist schon kompatibel. Meine Faustregel: Wenn alle Plugins für 6.7 verfügbar sind, gehen Sie direkt auf 6.7. Wenn ein wichtiges Plugin nur für 6.6 existiert, nehmen Sie 6.6 und planen 6.7 für 2027 ein. Was nicht sinnvoll ist: zwei Major-Updates in einem Schritt (6.5 → 6.7) ohne Zwischentest auf Staging.
So läuft ein Major-Update bei mir ab
- Plugin-Liste und Versionsstand – Sie schicken mir beides, ich prüfe die Kompatibilität und nenne innerhalb von 24 Stunden einen Festpreis.
- Staging-Kopie – vollständiges Backup von Datenbank und Dateien, dann eine Kopie des Shops auf einer Subdomain oder beim Hoster.
- Update auf Staging – erst Plugins aktualisieren, dann Shopware, dann die Migrationen laufen lassen. Fehler zeigen sich hier, nicht im Live-Shop.
- Test der Kernprozesse – Bestellung als Gast und als Kunde, Zahlung, Versand, Kundenkonto, Admin, Rechnungen. Sie testen mit.
- Live-Gang – in der Regel unter einer Stunde, außerhalb Ihrer Hauptverkaufszeit. Danach sieben Tage Nachbetreuung.
Vier Stolpersteine, die ich regelmäßig sehe
- Elasticsearch: Wer Elasticsearch nutzt, muss nach dem Update die Indizes neu aufbauen. Ohne diesen Schritt sind Suche und Listing leer – der Shop wirkt kaputt, obwohl nur der Index fehlt.
- Zahlungsarten: Zahlungs-Plugins (PayPal, Mollie, Unzer) müssen zur Shopware-Version passen. Ein veraltetes PayPal-Plugin ist der häufigste Grund, warum nach einem Update keine Bestellung mehr durchgeht.
- Flow Builder: Eigene Flows mit Mail-Versand oder Tags prüfe ich nach dem Update einzeln. Zwischen 6.5 und 6.7 wurden einige Aktionen umbenannt.
- Theme-Kompilierung: Nach dem Update muss das Theme neu kompiliert werden. Vergisst man das, sieht die Storefront aus wie 2020 – ohne Styles.
Alle vier Punkte gehören bei mir zur Checkliste und werden auf Staging abgearbeitet, bevor der Live-Shop angefasst wird.
Was es kostet
Ein Minor-Update (zum Beispiel 6.6.10.6 → 6.6.10.29) liegt bei mir ab 390 € netto. Ein Major-Update (6.5 → 6.6 oder 6.6 → 6.7) ab 890 € netto, Festpreis nach Analyse der Plugin-Liste. Bei stark individualisierten Shops mit vielen eigenen Plugins wird es mehr – das sage ich Ihnen aber vorher, nicht hinterher. Details stehen auf der Seite Shopware-6-Update zum Festpreis.
Zeitplan: wann anfangen?
Rechnen Sie für ein Major-Update mit zwei bis vier Wochen von der Analyse bis zum Live-Gang – nicht wegen der reinen Arbeitszeit, sondern wegen Plugin-Updates, die noch fehlen, und Testphasen, die in Ihren Alltag passen müssen. Wer im Januar 2027 anfängt, hat Luft. Wer im Februar anfängt, hat Stress. Und das Weihnachtsgeschäft ist für Major-Updates ohnehin tabu: Zwischen Mitte November und Anfang Januar fasse ich keinen Live-Shop an, wenn es nicht sein muss.
Wenn Sie wissen wollen, wie aufwendig das Update in Ihrem Fall ist: Plugin-Liste und Versionsnummer reichen. Sie bekommen innerhalb von 24 Stunden eine Einschätzung.