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Zahlung & Versand · 26.10.2026 · aktualisiert 02.11.2026 · 7 Min. Lesezeit

Versanddienstleister in Shopware 6: DHL, DPD, GLS, UPS, Hermes – welche Anbindung passt

Ahmad JarkasAhmad Jarkas · Shopware-Entwickler, Erlangen

Shopware 6 bringt Versandarten, Verfügbarkeitsregeln und eine Preismatrix mit, aber keine Anbindung an Paketdienste. Dafür gibt es drei Wege: ein Plugin je Paketdienst, eine Multi-Carrier-Plattform wie Sendcloud oder shipcloud, oder die Warenwirtschaft. Welcher Weg passt, hängt vom Sendungsvolumen, der Zahl der Dienstleister und davon ab, wo Ihr Team Labels drucken will.

Wie Versand in Shopware 6 grundsätzlich funktioniert

Shopware 6 kennt im Kern drei Bausteine für den Versand. Alle finden Sie im Admin unter Einstellungen > Handel > Versand.

  • Versandart: Das ist, was der Kunde im Checkout auswählt, etwa „Standardversand“ oder „Express“. Eine Versandart hat Name, Lieferzeit, optional ein Logo und eine Tracking-URL. In der Tracking-URL steht der Platzhalter %s, der später durch die Sendungsnummer ersetzt wird. Jede Versandart muss zusätzlich dem Verkaufskanal zugewiesen werden, sonst erscheint sie nicht im Shop.
  • Verfügbarkeitsregel: Eine Regel aus dem Rule Builder entscheidet, ob die Versandart überhaupt angeboten wird. Typische Beispiele: nur für Lieferadressen in Deutschland, nur unter 31,5 kg Gesamtgewicht, nur für eine bestimmte Kundengruppe.
  • Preismatrix: Hier stehen die Versandkosten. Die Kalkulation kann nach Anzahl der Positionen, Warenkorbwert, Gewicht oder Volumen gestaffelt werden. Alternativ steuern Sie einzelne Preisregeln wieder über den Rule Builder, etwa einen Aufschlag je Lieferland. Eine Versandart kann mehrere Preismatrizen haben, jede mit eigener Einschränkung.

Wichtig für die Preisfindung: Das Volumen berechnet Shopware aus Breite, Höhe und Länge in den Produktstammdaten. Wenn diese Felder leer sind, greift eine Volumenstaffel ins Leere. Dasselbe gilt für das Gewicht. Ich sehe oft Shops, in denen die Versandkosten „irgendwie falsch“ sind, und am Ende fehlen schlicht die Maße an den Produkten.

Was Shopware 6 im Standard nicht kann: Versandlabels erzeugen, Sendungsnummern automatisch eintragen oder Paketshops im Checkout anzeigen. Die Sendungsnummer trägt man im Standard von Hand in die Bestellung ein, und Shopware baut daraus über die Tracking-URL den Link im Kundenkonto und in der Versandbestätigung. Für alles Weitere braucht es eine Anbindung.

Weg 1: Ein Plugin je Paketdienst

Für die großen Dienstleister gibt es im Shopware Store eigene Erweiterungen. Sie verbinden Shopware direkt mit der Schnittstelle des Paketdienstes. Labels werden im Admin erzeugt, als PDF ausgegeben und die Sendungsnummer landet automatisch an der Bestellung.

DienstleisterBeispiel im Shopware StoreAnbieterPreismodell (Stand Oktober 2026)
DHLDHL ShippingPickwarekostenlos
GLSGLS ShippingPickwarekostenlos
DPDDPD Shipping with myDPDCrayssnLabsmonatliche Miete
UPSUPS Labels for Shipping and ReturnsDeine Heldenmonatliche Miete
HermesHermes Delivery Adaptercodeenterprisemonatliche Miete

Die Tabelle nennt Beispiele, keine vollständige Liste. Im Store gibt es je Dienstleister meist mehrere Anbieter. Zur Einordnung: Die frühere DHL-Erweiterung der shopware AG wurde eingestellt, die heute verbreitete DHL-Anbindung kommt von Pickware. Sie bietet Labeldruck, Retourenlabels, Packstation- und Paketshop-Auswahl im Checkout sowie DHL Paket International mit Zolldokumenten.

Vorteile: Alles bleibt im Shopware-Admin, keine Zusatzkosten pro Sendung über die Paketdienst-Tarife hinaus, Funktionen wie Paketshop-Finder oder Nachnahme sind meist tief integriert.

Nachteile: Je Dienstleister ein eigenes Plugin, eine eigene Konfiguration und ein eigener Update-Pfad. Bei jedem Shopware-Update müssen alle Versand-Plugins kompatibel sein. Wer mit drei Dienstleistern arbeitet, pflegt drei Erweiterungen.

Weg 2: Multi-Carrier-Plattformen

Sendcloud und shipcloud sind Versandplattformen, die zwischen Shop und Paketdienst sitzen. Sie bieten eine Oberfläche für alle Dienstleister, eigene Vertragstarife oder die Nutzung Ihrer bestehenden Verträge, und sie decken in der Regel auch Hermes und Auslandsdienstleister ab. Für Shopware 6 gibt es jeweils eine Integration, bei Sendcloud als Verbindung über die Shopware-API, bei shipcloud als Connector auch für Shopware Cloud.

Vorteile: Ein Vertrag, ein Label-Workflow, schneller Wechsel zwischen Dienstleistern, Retourenportal für Kunden inklusive. Für Shops mit mehreren Paketdiensten oder Auslandsversand ist das oft die einfachste Lösung.

Nachteile: Die Plattform kostet, meist als monatlicher Tarif oder Gebühr je Label. Und der Datenfluss zurück in den Shop ist nicht bei jeder Plattform vollständig. Bei Sendcloud nennt die Dokumentation zur Shopware-6-Integration ausdrücklich, dass Sendungsnummer und Tracking-Link nicht automatisch an Shopware zurückgemeldet werden (Stand: Funktionsübersicht von Sendcloud, Oktober 2026). Das heißt in der Praxis: Der Kunde sieht im Shopware-Kundenkonto keinen Tracking-Link, es sei denn, Sie lösen das anders, etwa über die Versandbestätigung der Plattform. Fragen Sie vor der Entscheidung genau nach, welche Daten in welche Richtung fließen.

Weg 3: Warenwirtschaft oder ERP

Wenn Sie ohnehin eine Warenwirtschaft nutzen, etwa JTL, Pickware ERP, weclapp oder Xentral, ist der Versand oft dort angebunden. Shopware liefert die Bestellung, die Warenwirtschaft erzeugt Label und Sendungsnummer und meldet sie zurück. Das ist der sauberste Weg, sobald Lager, Kommissionierung und Versand an einem Ort stattfinden.

Worauf ich achte: Die Rückmeldung der Sendungsnummer muss an die Bestellung in Shopware geschrieben werden, damit die Tracking-URL der Versandart greift und der Flow Builder die Versandbestätigung auslösen kann. Manche Anbindungen setzen den Lieferstatus auf „Versandt“, aber tragen die Sendungsnummer nicht ein. Dann fehlt der Link für den Kunden.

Worauf Shopbetreiber bei der Auswahl achten sollten

  1. Labeldruck: Wo wird gedruckt, im Admin, in der Plattform oder im Lager? Gibt es Sammeldruck für viele Bestellungen? Welches Format (A4, A6 für Thermodrucker)?
  2. Sendungsverfolgung im Kundenkonto: Wird die Sendungsnummer automatisch an die Bestellung geschrieben? Passt die Tracking-URL der Versandart zum Dienstleister?
  3. Retouren: Beigelegtes Retourenlabel, Label auf Anfrage per Mail, oder Retourenportal? Je nach Produkt lohnt sich ein anderer Weg.
  4. Sperrgut und Überlänge: Paketdienste haben Grenzen bei Gewicht und Maßen. Legen Sie dafür eine eigene Versandart mit Verfügbarkeitsregel an, etwa über die Bedingung „Positionen mit Länge“ oder das Gesamtgewicht. Prüfen Sie, ob das gewählte Plugin die passenden Produkte des Dienstleisters überhaupt unterstützt.
  5. Auslandsversand: Zolldokumente, Zolltarifnummern am Produkt, Ursprungsland. Plugins wie DHL Shipping von Pickware erzeugen Exportdokumente, wenn die Daten an den Produkten gepflegt sind. Ohne diese Stammdaten hilft kein Plugin.
  6. Update-Fähigkeit: Schauen Sie im Store auf die unterstützten Shopware-Versionen und die Changelog-Frequenz. Ein Versand-Plugin, das beim nächsten Minor-Update nicht mitzieht, stoppt Ihren Versand.
Wann lieber Finger weg: Von Versand-Plugins, deren letzte Version älter als ein Jahr ist oder deren Kompatibilität bei Ihrer Shopware-Version endet. Und von Eigenbau-Anbindungen an Paketdienst-APIs, wenn das Sendungsvolumen klein ist. Die Schnittstellen der Dienstleister ändern sich regelmäßig, und die Wartung kostet mehr als ein fertiges Plugin oder ein Plattform-Tarif.

Meine Empfehlung nach Shop-Typ

  • Ein Dienstleister, Versand aus dem Admin: Plugin des Dienstleisters. Günstig, direkt, wenig bewegliche Teile.
  • Zwei oder mehr Dienstleister, Auslandsversand, Retourenportal gewünscht: Multi-Carrier-Plattform. Die Monatskosten sind meist kleiner als der Aufwand für mehrere Plugins.
  • Eigenes Lager mit Warenwirtschaft: Versand im ERP, Shopware nur als Verkaufskanal. Dann aber die Rückmeldung der Sendungsnummern sauber einrichten.

Häufige Fragen

Kann Shopware 6 ohne Plugin Versandlabels drucken?

Nein. Shopware 6 verwaltet Versandarten, Regeln und Preise, erzeugt aber keine Labels. Dafür brauchen Sie ein Plugin des Paketdienstes, eine Versandplattform oder die Warenwirtschaft.

Wie bekommt der Kunde den Tracking-Link?

Über die Tracking-URL der Versandart mit dem Platzhalter %s und die Sendungsnummer an der Bestellung. Ist beides gepflegt, zeigt Shopware den Link im Kundenkonto und kann ihn in der Versandbestätigung ausgeben. Das Plugin oder ERP muss die Nummer also an die Shopware-Bestellung schreiben.

Wie bilde ich Sperrgut oder Überlänge ab?

Mit einer eigenen Versandart, die über eine Verfügbarkeitsregel nur dann erscheint, wenn der Warenkorb ein entsprechendes Produkt enthält, etwa anhand von Länge, Gewicht oder einem Produkt-Tag. Die Standardversandart bekommt die umgekehrte Regel, damit beide sich nicht überschneiden.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg zu Ihrem Shop passt oder ein bestehendes Versand-Plugin nach einem Update Probleme macht, schauen Sie sich meine Leistungen rund um Shopware an.

Ahmad Jarkas
Ahmad Jarkas

Shopware-Entwickler aus Erlangen. Shopware 5 und 6 Advanced Developer.

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