Zahlungsarten in Shopware 6: PayPal, Mollie, Stripe, Klarna, Unzer & Co. im Vergleich
Für Shopware 6 gibt es Zahlungsanbindungen von PayPal, Mollie, Stripe, Klarna, Unzer, Adyen und vielen weiteren, dazu seit 2026 „Shopware Payments“ von der shopware AG selbst. Die Grundentscheidung lautet: ein Payment-Service-Provider mit vielen Zahlungsarten unter einem Vertrag, oder einzelne Anbindungen je Zahlungsart. In Deutschland müssen PayPal und Kauf auf Rechnung in jedem Fall abgedeckt sein.
Wie Zahlungsarten in Shopware 6 funktionieren
Shopware 6 liefert im Standard nur einfache Zahlungsarten ohne Anbieter: Vorkasse, Rechnung, Nachnahme, Lastschrift. Sie buchen kein Geld ein, sondern setzen lediglich den Zahlungsstatus. Jede echte Anbindung an einen Zahlungsanbieter kommt als Erweiterung (Plugin oder App) aus dem Shopware Store oder vom Anbieter direkt.
Eine Erweiterung legt eigene Zahlungsarten an, die Sie unter Einstellungen > Handel > Zahlungsarten aktivieren und dem Verkaufskanal zuweisen. Die Sichtbarkeit im Checkout steuern Sie, wie bei Versandarten, über eine Verfügbarkeitsregel aus dem Rule Builder. So lässt sich etwa Kauf auf Rechnung auf Stammkunden begrenzen oder eine Zahlungsart auf bestimmte Länder.
Zwei Begriffe, die Sie kennen sollten:
- Payment-Service-Provider (PSP): Ein Anbieter, der viele Zahlungsarten (Karte, PayPal, Klarna, SEPA, Apple Pay, lokale Verfahren) über einen Vertrag und eine Schnittstelle bündelt. Beispiele: Mollie, Stripe, Unzer, Adyen.
- Einzelanbindung: Ein Plugin für genau einen Zahlungsdienst, etwa PayPal für Shopware 6 oder Klarna Payments.
Welche Anbieter es für Shopware 6 gibt
| Anbieter | Art | Erweiterung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| PayPal | Einzelanbindung mit Zusatz-Zahlungsarten | „PayPal für Shopware 6“ von der shopware AG, kostenlos | PayPal, Karten, Apple Pay, Google Pay, Express-Button, Ratenzahlung, Kauf auf Rechnung (nur Deutschland) |
| Shopware Payments | PSP-ähnlich | Erweiterung der shopware AG, Zahlungsabwicklung durch PayPal | Karten, PayPal, Apple Pay, Google Pay, Klarna, Rechnungskauf; derzeit für Händler mit Sitz in Deutschland und Österreich; ab Shopware 6.5.7, in 6.7 als integrierter Dienst |
| Mollie | PSP | offizielles Plugin, Store oder GitHub | Viele europäische Verfahren (iDEAL, Bancontact, Klarna, PayPal, SEPA, Apple Pay), Testmodus per Schalter |
| Stripe | PSP | offizielles Plugin, kostenlos | Karten, Apple Pay, Google Pay, Klarna, SEPA-Lastschrift; Sofort und Giropay wurden laut Changelog entfernt |
| Klarna | Einzelanbindung | „Klarna Payments für Shopware 6“ von Klarna, kostenlos | Sofort bezahlen, Rechnung in 30 Tagen, Ratenkauf, Finanzierung |
| Unzer | PSP | Plugin über Composer oder GitHub | Rechnungskauf B2B und B2C, Ratenkauf, Lastschrift, Karten, Express Checkout mit Apple Pay, Google Pay, PayPal |
| Adyen, Amazon Pay, PAYONE, Riverty, Ratepay, Novalnet u. a. | PSP oder Einzelanbindung | jeweils eigene Erweiterung im Store | Je nach Zielgruppe (Enterprise, Marktplatz, Rechnungskauf) relevant |
Die Liste ist nicht vollständig. Die Integrationsübersicht im Shopware Store führt deutlich mehr Anbieter. Entscheidend ist weniger, wer alles im Store steht, sondern wer zu Ihrem Umsatz, Ihren Ländern und Ihrer Zielgruppe passt.
Was Kunden in Deutschland erwarten
Nach der EHI-Studie „Online-Payment 2025“ (Daten für 2024) entfielen im deutschen Online-Handel 28,5 Prozent des Umsatzes auf PayPal, 25,8 Prozent auf Kauf auf Rechnung, 17,3 Prozent auf Lastschrift und 12,3 Prozent auf Kredit- und internationale Debitkarten. Daraus folgt für mich eine einfache Mindestausstattung für einen deutschen Shop:
- PayPal, inklusive Express-Button im Warenkorb.
- Kauf auf Rechnung mit Absicherung, also über einen Anbieter, der das Ausfallrisiko trägt (PayPal Rechnungskauf, Klarna, Unzer, Riverty, Ratepay). Eine unversicherte Shopware-Standard-Rechnung ist nur für B2B mit bekannten Kunden sinnvoll.
- Kreditkarte und SEPA-Lastschrift, am einfachsten über den gewählten PSP.
- Apple Pay und Google Pay, weil der Anteil mobiler Käufe weiter steigt und beide meist ohne Zusatzvertrag beim PSP mit dabei sind.
Ratenkauf lohnt sich ab mittleren Warenkorbwerten. Klarna, PayPal und Unzer bieten ihn an; die Konditionen für Kunden (zinsfrei oder nicht) unterscheiden sich je nach Produkt.
Gebührenmodelle, ohne Zahlen zu raten
Fast alle Anbieter rechnen pro erfolgreicher Transaktion einen Prozentsatz vom Umsatz plus einen Fixbetrag ab. Die Höhe hängt von Zahlungsart, Kartenherkunft, Umsatzvolumen und Verhandlung ab, deshalb nenne ich hier bewusst keine Standardsätze. Konkret belegt ist die Preisseite von Shopware Payments: Dort steht pro Zahlungsart ein Prozentsatz plus Fixbetrag, gestaffelt nach Shopware-Plan, mit einem reduzierten Einstiegstarif für die ersten zwölf Monate bei Aktivierung bis Ende 2026. Die aktuellen Sätze stehen auf der Preisseite von Shopware.
Worauf Sie beim Vergleich achten sollten:
- Gibt es eine monatliche Grundgebühr oder Mindestumsatz?
- Was kosten Rückerstattungen? Manche Anbieter behalten die Transaktionsgebühr ein.
- Was kosten Chargebacks (Rückbuchungen durch den Karteninhaber)?
- Wie schnell wird ausgezahlt, täglich, wöchentlich, mit Rücklage?
- Rechnungskauf: Wird das Ausfallrisiko übernommen, und zu welchem Aufschlag?
PSP oder Einzelanbindungen?
Ein PSP bedeutet einen Vertrag, eine Auszahlung, ein Dashboard und ein Plugin, das bei Shopware-Updates mitziehen muss. Dafür sind Sie an dessen Konditionen und Verfügbarkeit gebunden. Fällt der PSP aus, fällt der ganze Checkout aus.
Einzelanbindungen geben Ihnen pro Zahlungsart die beste Kondition und Unabhängigkeit. Dafür pflegen Sie mehrere Plugins, mehrere Verträge und mehrere Abrechnungen. Ab drei oder vier Anbindungen wird das in der Buchhaltung spürbar.
Was ich in der Praxis meist empfehle: PayPal als eigene Anbindung, weil das Plugin der shopware AG direkt gepflegt wird und PayPal-Kunden den PayPal-Checkout erwarten. Alles andere, also Karten, Lastschrift, Rechnungskauf, Wallets, über einen PSP. Zwei Plugins, zwei Verträge, überschaubarer Aufwand.
Stolpersteine im Betrieb
- Autorisierung und Capture: Viele Anbieter reservieren den Betrag bei der Bestellung erst nur (Autorisierung) und buchen ihn später ein (Capture), zum Beispiel beim Versand. Wenn der Capture nicht ausgelöst wird, läuft die Autorisierung ab und das Geld kommt nie an. Klären Sie, ob das Plugin automatisch captured oder ob der Flow Builder beziehungsweise Ihr Team das übernimmt.
- Webhooks: Der Anbieter meldet Zahlungsergebnisse per Webhook, also einem Aufruf an eine URL Ihres Shops. Blockiert eine Firewall, ein Wartungsmodus oder ein Basic-Auth-Schutz diese URL, bleiben Bestellungen auf „Offen“, obwohl bezahlt wurde. Nach Serverumzügen gehört das auf die Checkliste.
- Rückerstattungen: Die meisten Plugins erlauben Rückerstattungen direkt aus der Bestellung im Admin. Prüfen Sie, ob Teil-Rückerstattungen möglich sind und ob der Zahlungsstatus in Shopware korrekt auf „Erstattet“ oder „Teilweise erstattet“ wechselt, denn daran hängen Flows und Dokumente.
- Test- und Live-Umschaltung: Jeder Anbieter hat Testzugänge. Testen Sie jede Zahlungsart einmal komplett durch, inklusive Abbruch und Rückerstattung, bevor Sie auf Live stellen. Und vergessen Sie beim Go-live nicht, den Testmodus wirklich abzuschalten; Mollie zum Beispiel hat dafür einen eigenen Schalter im Plugin.
- Plugin-Updates: Zahlungs-Plugins sind die Erweiterungen, bei denen Updates am häufigsten zu Problemen führen, weil sie tief in den Checkout eingreifen. Aktualisieren Sie sie nie direkt im Live-System ohne vorherigen Test auf einer Staging-Umgebung.
Häufige Fragen
Brauche ich PayPal, wenn ich schon einen PSP habe?
Die meisten PSPs bieten PayPal mit an. Trotzdem nutzen viele Shops zusätzlich das PayPal-Plugin der shopware AG, weil es Express-Button, Ratenzahlung und PayPal-Rechnungskauf enger in Shopware integriert. Beides parallel ist möglich, nur nicht dieselbe Zahlungsart doppelt im Checkout anzeigen.
Kann ich eine Zahlungsart nur für Stammkunden anbieten?
Ja. Legen Sie im Rule Builder eine Regel an, zum Beispiel „Anzahl Bestellungen größer als 2“ oder eine Kundengruppe, und hinterlegen Sie sie als Verfügbarkeitsregel bei der Zahlungsart. So lässt sich etwa die unversicherte Rechnung auf bekannte B2B-Kunden beschränken.
Was ist Shopware Payments?
Eine von der shopware AG bereitgestellte Zahlungslösung, bei der PayPal als Zahlungsdienstleister im Hintergrund arbeitet. Sie bündelt Karten, PayPal, Wallets, Klarna und Rechnungskauf in einer Erweiterung und ist laut Shopware derzeit für Händler in Deutschland und Österreich verfügbar. Ob sie zu Ihrer Shopware-Version passt, sollten Sie vor der Entscheidung im Store prüfen.
Wenn Ihr Checkout nach einem Plugin-Update hakt oder Sie eine neue Zahlungsart sauber einführen wollen, finden Sie unter Shopware-Wartung, wie ich solche Themen laufend betreue.