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Kosten & Planung · 26.10.2026 · aktualisiert 02.11.2026 · 6 Min. Lesezeit

Shopware-Hosting: Shared, Managed, Cloud oder eigener Server – was passt zu welchem Shop?

Ahmad JarkasAhmad Jarkas · Shopware-Entwickler, Erlangen

Shopware 6 ist kein WordPress: Es braucht SSH, Composer, Cronjobs und spürbar mehr Arbeitsspeicher als ein klassischer Webspace bietet. Welche Hosting-Art passt, hängt weniger vom Preis ab als davon, wer sich im Alltag um den Server kümmert. Dieser Beitrag ordnet die vier Varianten ein und zeigt, ab welcher Shopgröße Redis, Elasticsearch und Varnish Sinn ergeben.

Was Shopware 6 technisch voraussetzt

Bevor Sie Hosting-Angebote vergleichen, lohnt ein Blick auf die Mindestanforderungen. Ein Angebot, das diese Punkte nicht erfüllt, scheidet aus – egal wie günstig es ist. Für die aktuelle Version 6.7 nennt Shopware:

  • PHP 8.2, 8.3 oder 8.4 mit den üblichen Erweiterungen (unter anderem intl, gd, zip, pdo_mysql).
  • MySQL ab 8.0.17 (die Versionen 8.0.20 und 8.0.21 gelten als problematisch) oder MariaDB ab 10.11.
  • memory_limit mindestens 512 MB für PHP (so nennt es die Dokumentation zu 6.5; auch für 6.7 ist das ein sinnvoller Mindestwert).
  • SSH-Zugang und Composer: Shopware 6 wird über Composer installiert und aktualisiert. Ohne Shell-Zugang bleiben Ihnen nur der Web-Updater und der Admin – beides reicht für einen professionellen Betrieb nicht aus.
  • Cronjobs oder Dienste für die Message Queue und die geplanten Aufgaben. Shopware verarbeitet viele Dinge im Hintergrund – Indexierung, Mails, Sitemaps. Dafür müssen die Befehle messenger:consume und scheduled-task:run regelmäßig laufen.
  • Node.js 20 oder neuer, falls Sie Themes oder Plugins auf dem Server bauen.

Shopware selbst empfiehlt für die Entwicklung einen Rechner mit mindestens 8 GB RAM, 16 GB sind die Empfehlung. Ein Produktivserver mit 2 GB RAM, wie ihn viele Shared-Tarife bieten, ist damit von vornherein zu knapp bemessen.

Die vier Hosting-Arten im Vergleich

VarianteVorteileNachteilePasst für
Shared Hosting (Webspace)günstig, kein Serverwissen nötigoft kein SSH, kein Redis, feste PHP-Limits, Nachbarn auf demselben Server bremsenTestinstallationen, sehr kleine Shops mit wenigen hundert Artikeln
Managed Hosting (Shopware-spezialisiert)Hoster kennt Shopware, kümmert sich um Updates von PHP, MySQL, Redis; Support versteht Fehlermeldungenteurer als Webspace, weniger Freiheit bei exotischen Anforderungendie meisten mittleren Shops
Eigener Server (Root/VPS, z. B. bei Hetzner)volle Kontrolle, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis bei HardwareSie oder Ihr Dienstleister sind für alles verantwortlich: Sicherheitsupdates, Backups, Monitoring, Ausfälle nachtsShops mit eigenem Admin oder festem Dienstleister
Shopware Cloud (SaaS)Shopware hostet und aktualisiert automatisch, kein Serverbetriebkein Zugriff auf Code und Server, nur Apps statt klassischer Plugins, Anpassungen begrenztkleine bis mittlere Shops mit Standardanforderungen

Ich sehe in der Praxis vor allem einen Fehler: Shopbetreiber ziehen von einem WordPress-Webspace um und erwarten, dass Shopware dort genauso läuft. Es läuft dann meist – aber langsam, und spätestens beim ersten Update fehlen SSH und Composer.

Shopware Cloud oder selbst hosten?

Shopware unterscheidet drei Betriebsmodelle: Self-hosted, PaaS und SaaS (die Shopware Cloud). Bei Self-hosted betreiben Sie oder Ihr Hoster alles selbst und haben vollen Zugriff auf Quellcode und Server. Bei PaaS stellt Shopware die Plattform bereit, Ihr Team ist aber weiterhin für Updates und den Code zuständig. Bei SaaS übernimmt Shopware Hosting, Updates und Sicherheitspatches vollständig; Sie passen den Shop nur über Konfiguration und Apps an.

Meine Einordnung: Wenn Sie keine individuellen Plugins brauchen und keine Lust auf Serverthemen haben, ist die Cloud eine saubere Lösung. Sobald eine Warenwirtschaft, ein spezieller Zahlungsablauf oder ein stark angepasstes Theme im Spiel ist, stößt das App-Modell schnell an Grenzen. Dann ist Self-hosted bei einem spezialisierten Hoster der realistische Weg.

Spezialisierte Shopware-Hoster

Shopware führt auf seiner Website ein Verzeichnis offizieller Hosting-Partner. Zu den Anbietern, die sich in Deutschland seit Jahren auf Shopware-Hosting konzentrieren, gehören unter anderem:

  • maxcluster – Managed-Cluster, gelistet als Shopware-Hosting-Partner.
  • Timme Hosting – Managed Hosting auf nginx-Basis, lange im Shopware-Umfeld aktiv.
  • Mittwald – richtet sich stark an Agenturen und Freelancer, mehrere Projekte in einer Oberfläche.
  • profihost – individuell konfigurierte Lösungen, eher im gehobenen Segment.

Welche Anbieter aktuell als Shopware-Partner gelistet sind, sehen Sie im offiziellen Partnerverzeichnis unter shopware.com/partner/hosting. Was diese Hoster von einem allgemeinen Anbieter unterscheidet: Der Support weiß, was ein Admin-Worker ist, Redis und OpenSearch sind buchbar, und Dinge wie die Messenger-Worker sind vorkonfiguriert. Das spart bei jedem Problem Stunden.

Dimensionierung nach Shopgröße

Pauschale Zahlen sind hier schwierig, weil die Last weniger von der Artikelzahl als von Varianten, Regeln, Plugins und Besuchern abhängt. Als Orientierung aus meiner Erfahrung:

ShopTypische AusstattungZusätzlich sinnvoll
Klein: bis ca. 1.000 Artikel, wenige Bestellungen am TagManaged Hosting mit SSH, 4 GB RAM, PHP 8.3, MySQL 8HTTP-Cache aktiv, Admin-Worker aus, Cron für Queue
Mittel: bis ca. 20.000 Artikel, Kampagnen, mehrere Verkaufskanäleeigener Server oder Managed-Server, 8–16 GB RAM, mehrere PHP-WorkerRedis für Cache und Sessions, ggf. OpenSearch
Groß: viele Varianten, hohe Lastspitzen, B2B-PreislogikCluster mit getrennter Datenbank, mehrere App-ServerRedis, OpenSearch, Varnish oder Fastly als Reverse Proxy

Wichtiger als die genaue RAM-Zahl: Lassen Sie sich vom Hoster zusichern, dass PHP-Limits, SSH und Cronjobs wie oben beschrieben verfügbar sind. Für eine erste Einschätzung Ihres bestehenden Hostings habe ich einen Shopware-Hosting-Check gebaut.

Redis, Elasticsearch, Varnish – kurz erklärt

  • Redis ist ein Speicher im Arbeitsspeicher. Shopware kann darin den App-Cache, den HTTP-Cache und die Sessions ablegen. Das entlastet die Datenbank und beschleunigt wiederkehrende Seitenaufrufe. Shopware empfiehlt Redis 7 oder neuer.
  • Elasticsearch / OpenSearch ist eine Suchmaschine. Shopware nutzt sie für Produktsuche und Listings statt MySQL. Lohnt sich ab einigen zehntausend Produkten oder vielen Varianten; darunter ist MySQL meist schnell genug. Voraussetzung sind laufende Messenger-Worker für die Indexierung.
  • Varnish (oder Fastly) ist ein Reverse Proxy, der fertige Seiten vor dem Webserver zwischenspeichert. Shopware liefert eine Standard-Konfiguration mit. Sinnvoll, wenn mehrere App-Server laufen oder sehr viele anonyme Besucher kommen.
Wann lieber Finger weg: Von Angeboten ohne SSH-Zugang, ohne frei wählbare PHP-Version und ohne Cronjobs. Und von einem eigenen Root-Server, wenn niemand im Haus Sicherheitsupdates einspielt und Backups prüft – ein ungepflegter Server ist auf Dauer teurer als jedes Managed Hosting.

Häufige Fragen

Reicht ein normaler Webspace für Shopware 6?

Für einen Test ja, für den Produktivbetrieb in der Regel nicht. Es fehlen meist SSH, Composer, Redis und ausreichend Arbeitsspeicher. Updates werden dann zum Risiko.

Brauche ich von Anfang an Elasticsearch?

Nein. Bei wenigen tausend Artikeln ist die MySQL-Suche ausreichend. Elasticsearch oder OpenSearch bringen erst bei großen Katalogen oder vielen Varianten einen spürbaren Unterschied und erzeugen zusätzlichen Betriebsaufwand.

Kann ich später von Managed Hosting auf einen eigenen Server wechseln?

Ja. Shopware 6 ist nicht an den Hoster gebunden. Ein Umzug besteht aus Dateien, Datenbank und Konfiguration (.env, config/). Planen Sie dafür ein Wartungsfenster und einen Test auf dem neuen System ein.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr aktuelles Hosting zu Ihrem Shop passt, schauen Sie zuerst in den Hosting-Check – oder melden Sie sich über die Kontaktseite, dann sehe ich mir die Konfiguration an.

Betrifft das Ihren Shop?

Schreiben Sie mir kurz, ich schaue drauf. Antwort in 24 Stunden.